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Phantastisches Indien

 

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Auf dem Subkontinent ist Exotik überall. Traditionen und Riten bestimmen den Tagesablauf. Für die Milliarde Inder ist Religion fester Bestandteil des Lebens. Aus dem prall gefüllten Korb indischer Besonderheiten wurden die Verehrung des Hindu-Gottes Shiva und des Buddha herausgegriffen.In Indien hat einst der Buddha eine neue Weltreligion begründet.

G A N G A

So heißt der Heilige Fluss Ganges - ebenso wie die Göttin, die die Seelen besänftigt und die Asche der Toten vom Diesseits ins Jenseits befördert.

Varanasi ist die Stadt des Lichts, die Stadt des Gottes Shiva. Jeder gläubige Hindu möchte hier verbrannt werden, um so eine gute Wiedergeburt zu erlangen. Täglich strömen Tausende an die Ghats, die Treppen am Gangesufer. Im Heiligen Gangeswasser nimmt man ein Bad, um sich von den Sünden zu reinigen. Am Flußufer wird Puja, die rituelle Gotttesverehrung, zelebriert. Hier werden glanzvolle Hochzeiten gefeiert. Nackte Heilige üben sich in Askese. Und wenn die Nacht hereinfällt, setzt man auf dem Heiligen Fluß kleine Banenblätter mit Öllämpchen aus, die den Seelen der Toten den Weg ins Jenseits leuchten.

M A H A S H I V R A T R I

In allen Teilen Indiens feiern Hindus Mahashivratri - hingebungsvoll wie kaum ein anderes Fest. Mahashivratri ist die Hochzeit des mächtigen Gottes Shiva, der erschafft und der zerstört. Der allerorts populäre Gott heiratet die Göttin Parvati, eine Reinkarnation der Göttin Sati, seiner früheren Ehefrau, deren Tod er lange beklagte.

Einzigartig sind die Mahashivratri-Feiern im mehr als 1000 Jahre alten Matangashvara-Tempel von Kajuraho. Dort ist der größte Shiva-Lingam, ein Granitkoloss, der aus dem Boden schoß, als Shiva - mit seinem Energie-bündelnden dritten Auge auf der Stirn - den Gott Karma ausgelöscht hat. Shiva tötete Karma, weil dieser Gott sich erdreistete, den mächtigen Shiva bei der Meditation zu stören.

Es dauert die ganze Nacht, bis der Shiva-Lingam unter Lobpreisungen und Gesängen der Hochzeitsgäste mit heiligem Wasser gewaschen, mit der Milch der Heiligen Kuh übergossen, mit entfetteter Butter gesalbt und mit Blumen und Girlanden geschmückt für die Vereinigung mit der Göttin Parvati hergerichtet ist. Wenn der nächste Tag graut, wird eine große, bunte, schillernde Krone auf den geschmückten Lingam gestülpt: Das Symbol für Parvati. Die Vereinigung von Shiva und Parvati löst Jubel aus, der noch meilenweit entfernt zu hören ist.


B O D H G A Y A

Für die 500 Millionen Buddhisten in aller Welt ist Bodhgaya so etwas wie das Mekka der Moslems, wie das Jerusalem der Christen. Vor 2500 Jahren hat in Bodhgaya der indische Prinz Sidhardha Gautama Shakyamuni unter einem Bodhi-Baum die Erleuchtung erlangt und eine neue Weltreligion geschaffen.

Indiens Kaiser Ashoka erhob den Buddhismus zur Staatsreligion. Von Indien aus verbreitete sich der Buddhismus bald über weite Teile Asiens und gewann später auch an spirituellem Einfluss in Europa und in Nord-Amerika. Im Heimatland des Buddhismus haben jedoch hinduistische Brahmanen und die Verfechter des Islam bewirkt, dass sich nur noch ein kleiner Anteil der indischen Bevölkerung zum Buddhismus bekennt.
Bei einem Rundgang durch die weiträumige Tempelanlage in Bodhgaya erinnert ein buddhistischer Mönch an die Zeit, in der der Buddha die Erleuchtung erlangte.

Nicht nur Buddhisten betrachten Bodhgaya als einen heiligen Ort. Auch für Hindus ist Bodhgaya ein wichtiges Ziel religiöser Wallfahrt. Im Hinduismus gilt der Buddha als ein Gott - als eine Reinkarnation des Gottes Vishnu. Die eindrucksvolle Parkanlage in Bodhgaya mit dem 1400 Jahre alten Turm der Mahabodhi Mahavihara wird heute von Buddhisten und Hindus gemeinsam verwaltet.